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Eine Eigenart der Benediktiner-Abteien besteht in ihrer ausgeprägten Selbständigkeit. Zwar sind fast alle Abteien zu regionalen Verbänden - sogenannten Kongregationen - zusammengeschlossen, denen gewisse Ordnungsfunktionen zukommen, besonders bezüglich der Regelauslegung und des regulären Lebens. Darüber hinaus haben alle Klöster einen höchsten Repräsentanten in Rom, den Abt Primas, der die benediktinischen Belange beim Heiligen Stuhl vertritt - beim Papst und den obersten kirchlichen Behörden. Zudem tragen die Mönche hinter ihren Namen die Bezeichnung OSB (Ordinis Sancti Benedicti = "aus dem Orden des heiligen Benedikt").

Dies alles beeinträchtigt die Eigenständigkeit des einzelnen Hauses nicht. Jede zentralistische Tendenz ist den Benediktinern fremd. Es gibt keinen Generaloberen, der letztlich über sie bestimmt. Auch vom Ortsbischof ist die Abtei unabhängig. Sie hat damit eine unvergleichliche Chance, sich selbst darzustellen, eine "Kirche im kleinen" zu sein. Dies kommt sehr sinnfällig auch in den Insignien des Abtes zum Ausdruck: er trägt das Brustkreuz und den Ring als Zeichen seiner obrigkeitlichen Gewalt. Beim feierlichen Gottesdienst bedient er sich des Krummstabes und der Mitra, um so in besonderer Weise im liturgischen Zeichen Christus darzustellen.

Für das einzelne Haus ist diese Art symbolischer Repräsentanz eine große Verpflichtung, den Gottesdienst würdig und ausdrucksvoll zu gestalten. Wenn wir ein Wort des Apostels Paulus - "Keiner lebt für sich selbst.... leben wir, so leben wir dem Herrn.... " - in leichter Abänderung auf die Benediktinerklöster anwenden dürfen, so können wir sagen: "Keines dieser Häuser lebt für sich selbst.. .. - sie leben für den Herrn", d. h. sie sehen ihre Aufgabe darin, über sich hinaus zu leben und zu wirken.